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Nistkasten für den Garten

Nistkasten für den Garten

 
 
 

Ein Nistkasten für den heimischen Garten

Ein Nistkasten für den eigenen Garten ist mit wenig Aufwand selbst gebaut.
Um den gefiederten Freunden während der Brutzeit und auch im Winter ein wenig zu helfen, kannst Du in Deinem Garten ein Vogelhaus aufstellen. Dieses kann zum einen ein Nistkasten sein oder auch ein Futterplatz. Beide Formen unterscheiden sich in Optik, Handhabung und Anfertigung.

Inhaltsverzeichnis

1. Warum sind Nistkästen wichtig?
2. Nistkastenarten
3. Anleitung klassischer Nistkasten
4. Anleitung Nistkasten aus Naturmaterial
5. Wie und wo wird der Nistkasten aufgehängt?
6. Wozu dienen Futterhäuser?

Warum werden Nistkästen immer wichtiger?
Für die gefiederten Gartenbewohner wird es zunehmend schwieriger, einen geeigneten Nistplatz zu finden. Schuld daran sind vor allem die nachträglich sanierten Bauten. Um den Wärmeverlust zu reduzieren werden immer mehr Dächer isoliert und somit die Einflugmöglichkeiten und letzten Nistmöglichkeiten genommen. Ganz zu schweigen von den schnörkellosen Betonklötzen der modernen Architektur. Du hast es selber in der Hand, etwas Gutes zu tun, in dem Du ein Vogelhaus in Deinem Garten bereitstellst. Die Vögel werden es dankbar annehmen. In wenigen Schritten kannst Du ein Vogelhaus selber bauen.

Gibt es verschiedene Vogelhäuser zum Nisten?
Ja, denn die Art und Weise des Nistens unterscheidet sich ebenso, wie die Größe der Vögel. Es wird zwischen Höhlenbrütern, Halbhöhlenbrütern und Felsenbrütern unterschieden. Sperlinge und Meisen sind sogenannte Höhlenbrüter. Sie bauen ihre Nester in Sträuchern und zwischen dem Geäst von Sträuchern. Zudem nutzten sie gern die Einflugmöglichkeiten unter Dächern. Einen Nistkasten kannst Du einfach in den Bäumen aufhängen. Dabei sollte er jedoch um die 3 m über dem Boden hängen und natürlich an einem Ast oder ähnlichem befestigt werden. Schwalbennester hingegen werden direkt an der Hauswand unterhalb des Daches befestigt.

Für die Halbhöhlenbrüter können die Vogelhäuser in dichtem Geäst angebracht werden. Ein jedes Vogelhaus sollte dabei auf die Bedürfnisse des jeweiligen Tieres eingehen und die natürlichen Bedingungen so gut wir irgend möglich nachahmen. Um ein Vogelhaus selber bauen zu können, bedarf ein klein wenig handwerkliches Geschick. Die Baumaterialien dazu bekommst Du in jedem handelsüblichen Fachmarkt. Nur keine Sorge, ein Experte muss Du dafür natürlich nicht sein. Wir widmen uns nun dem Bau eines klassischen Vogelhauses für Sperlinge und Meisen und einer Variante aus Ästen.

Klassischer Nistkasten

Das brauchst Du
Bretter mit einer Stärke von min. 2 cm (Ideal sind Eichen, Robinien oder Lärchenholz, aber auch Kiefern und Fichtenbretter können verwendet werden - Buchenholz ist eher ungeeignet)
Leisten
Holzschrauben
Nägel
Leinöl
evtl. kleine Haken

Ein klassischer Nistkasten hat einen runden Eingang und ein schützendes Dach.
Achte auf folgende Dinge
kein Sperrholz verwenden
vorzugsweise Schrauben anstelle von Nägeln verwenden, damit das Verleimen entfällt
Leinöl zur Imprägnierung vom Holz zum Schutz der Tiere verwenden
Einflugloch mindestens in einer Höhe von 17 cm oberhalb des Nistkasten anbringen
der Durchmesser für das Einflugloch sollte bei 3,5 cm liegen (das verhindert das Eindringen von Fressfeinden oder unerwünschten anderen Vogelarten)
bohre 4 bis 5 kleine Löcher in den Boden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann
Tipp:
Das Einflugloch kann unterschiedlich groß sein. Das hängt in erster Linie davon ab, welche Vogelart letztendlich das Nest nutzen wird. Bei einem Durchmesser von 3,5 cm können beispielsweise Kohlmeisen, Sperlinge und Blaumeisen den Nistkasten verwenden.

So geht's
Schneide die Bretter wie folgt zu:
Boden: 18 x 18 cm
Rückwand: 18 x 27 cm
Vorderwand: 18 x 24 cm (hier vor dem Zusammenbau das Einflugloch bei ca. 17 cm einbohren)
Seitenwände: 27 x 22 x 24 cm (die Schräge ist für das Dach entscheidend)
Dach: 24 x 26 cm
Schneide die Leisten wie folgt zu:
5 x 50 cm
In die Bodenplatte 3-5 Löcher mit einem Durchmesser von 5 mm einbohren, damit Feuchtigkeit und Nässe entweichen können.
Verbinde die einzelne Elemente. Beginne mit dem Anbringen der Rückseite, dann die Seitenteile und schließlich das Dach.
Die Vorderseite wird nun zwischen die beiden Seitenteile gesetzt und mit Hilfe von zwei Nägeln von oben einer Seite fixiert. Zuvor ist es ratsam an diesen Stelle die Seitenteile mit dem Durchmesser von einem Nagel zu durchbohren. Die Nägel fungieren hier lediglich als Drehachse. Damit die Vorderseite nicht von allein sich öffnet, kannst Du einen kleinen Haken verwenden.
Der Kasten wird nun noch einmal mit den Leisten verschraubt.
Bringe den Nistkasten in ausreichender Höhe (2,5 - 3 m) an.

Alternative: Ein Vogelhaus aus Gartenmaterialien bauen
Mit alten Ästen aus Deinem Garten oder dem Wald kannst Du ein besonderes Vogelhaus bauen.
Du kannst den Vögeln sogar einen Nistplatz aus den Materialien erschaffen, die Du in Deinem Garten vorfindest. Das spart nicht nur Geld, sondern ist optisch betrachtet ein echtes Highlight. Denn mit den natürlichen Baumaterialien fügt sich das Vogelhaus nahtlos in die natürliche Umgebung mit ein.

Du benötigst
Holzbohrer
Holzschrauben
Akkuschrauber
Tacker mit starken Tackernadeln
ein Stück wasserundurchlässige Folie
15 Äste mit einem Durchmesser von 2 - 4 cm für das Grundgestell
40 Äste für die Verkleidung
kleine Äste und Moos zum Lückenfüllen

Zuschneiden:
Je vier Äste auf eine Länge 22 cm und 28 cm, sieben auf 20 cm kürzen. Dann vier der kürzeren Äste mit 20cm Länge alle 2 cm mit einem Loch versehen. Hier kommt der Holzbohrer zum Einsatz.
Das Grundgerüst:
Verschraube nun die vorgebohrten 20 cm Äste mit den 22 cm Ästen zu zwei Rahmen. Zwei der langen 28 cm versiehst Du am Ende jeweils mit einem Abstand von 2 cm ebenfalls mit einem Loch.
Das Dachgestell:
Schraube nun die beiden anderen 28 cm Äste durch die gebohrten Löcher in einem 45° Winkel an. Das Dach und den Rahmen verbindest Du durch drei 20 cm lange Äste.
Die Folie anbringen:
Am Dachgestell wird nun die Folie festgetackert. Diese verhindert das Eindringen von Nässe.
Die Verkleidung:
Schneide 28 Äste auf eine Länge von 32 cm. Diese werden nun auf dem Boden und dem Dach verschraubt. Für die Außenseite des Futterhauses verwendest Du 12 Äste mit einer Länge von 22 cm. Vergiss nicht, einen Eingang für die Vögel freizulassen.
Die letzten Verschönerungen:
Jetzt kannst Du das Vogelhaus noch mit verschiedenen Ästen und Stückchen verschönern. Lücken können beispielsweise wunderbar mit Moos abgedeckt werden. Hier kannst Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen.

Wie und wo wird der Nistkasten aufgehängt?
Der Nistkasten sollte an einem geschützten und hochgelegenen Ort aufgehängt werden.
Nachdem Du Dein Vogelhaus selber gebaut hast, musst Du noch einen geeigneten Platz finden. Achte auf die Höhe. Der Nistkasten sollte mindestens in einer Höhe von 2,5 m oder 3 m angebracht werden. Das verhindert das Eindringen von Fressfeinden. Die Öffnung vom Nistkasten sollte nicht in westliche Richtung zeigen. Das ist die sogenannte Wetterseite und der Regen könnte ungehindert durch das Einflugloch eindringen. Auch in Richtung Süden sollte der Eingang nicht zeigen, da sonst die pralle Sonne darauf scheint. Südosten oder Osten sind ideal. Um den Baum nicht zu schädigen, an dem Du Dein Vogelhaus anbringen möchtest, verwende anstelle von Nägeln lieber eine Schlinge, die Du zuvor mit Islolierband umwickelst. So kann die Schnur nicht in die Rinde einschneiden und schadet den Baum auch nicht.

Im übrigen sind Nistkästen nicht nur im Frühjahr wichtig. Selbst im Winter bieten sie vielen kleinen Tieren einen Unterschlupf und einen trockenen und sicheren Schlafplatz. Du solltest vor dem Wintereinbruch den Nistkasten ein wenig säubern.

Wozu dienen Futterhäuser?
Zu guter Letzt noch ein Blick auf die Futterhäuser. Immerhin zählen diese auch zu den Vogelhäusern. Diese sind natürlich im Winter von großer Bedeutung. Während die Nistkästen im Frühjahr eine Nistmöglichkeit bieten, stellen die Futterhäuser im Winter den Vögeln die Nahrung zur Verfügung, die sie so in der freien Natur bei strengem Frost nicht mehr finden könnten. Du kannst also sowohl mit einem Futterhaus als auch mit einem Nistkasten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt und zur Pflege der einheimischen Vögel beitragen.

Zu unterscheiden sind die Futtersilos und die Futterhäuser. Die Futtersilos haben den Vorteil, dass Du diese nicht so oft nachfüllen musst. Sie sind so aufgebaut, dass Du eine größere Menge an Futter einfüllen kannst, ohne dass es schimmelt oder von den Vögeln mit Kot beschmutzt wird. Denn das Futter im Silo ist von der eigentlichen Futterstelle am Futterhaus isoliert. Durch eine kleine Öffnung am unteren Rand rutscht das Futter nach und nach hinaus. Sobald am unteren Ende genügend Körner gefressen wurden, rutschen weitere aus dem Silo einfach nach. Im klassischen Futterhaus steht meist in der Mitte ein kleiner Trog, welcher mit Körner befüllt wird. Hier musst Du regelmäßig nachfüllen.


Unter dem Strich ist es weder aufwendig noch kompliziert, ein Vogelhaus selber zu bauen. Du findest mitunter viel Material im eigenen Garten. Ein wenig Geschick und Vorstellungsvermögen genügen in der Regel schon, um ein Vogelhaus nach Deinen eigenen Wünschen anzufertigen. In diesem Sinne: Viel Freude beim Bauen vom Vogelhaus.




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